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Prof. Hans Geiger über den Goldfranken

ref5Lassen Sie mich den Bogen geschichtlich weit spannen. Das Ende der Zeit des Papiergeldes kommt nicht über Nacht. In Geldsachen sind selbst hitzköpfige Revolutionäre sehr konservativ. Ich beginne im Mittelalter in Basel.

  • Wo ist der schweizerische Finanzplatz entstanden? Sicher nicht in Bern oder Zürich, sondern im weltoffenen Basel oder Genf. 1. Basel hatte einen ganz grossen Vorteil: Die Stadt verfügte über die längste Tradition bei der Münzprägung. 2. Die erste Goldmünze ("Basilea") stammt aus dem 7. Jahrhundert. 1430 wurde Basel nebst Frankfurt und Nördlingen eine der drei Reichsmünzstätten des deutschen Reiches und prägte königlichen Goldgulden. (Jacob: Goldgulden statt Goldfranken?).

  • Hier kommt ein wichtiges Detail zum Zug: Verschiedene Goldmünzen standen damals in harter Konkurrenz zueinander. Deshalb bestätigte Kaiser Sigismund 1433 die reine Qualität der Basler Gulden. Die Basler Münzen waren kaiserlich zertifiziert.

  • Machen wir einen Zeitsprung: Am 16. Juli 1661 waren durch die Bank von Stockholm die ersten offiziellen Banknoten in Europa emittiert worden. Wegen schlechter Anlagen ging die Bank rasch unter. Im großem Stil wurde Papiergeld erstmals in Frankreich unter Finanzminister John Law in der kurzen Zeitspanne von 1718 bis 1720 verwendet; auch diese Episode endete in einem Fiasko.
  • Ein Sprung in mein Büro: Da hängt – eingerahmt in einen Goldrahmen – eine Reichsbanknote über 1‘000 Mark vom 15. Dezember 1922. Sie ist mit einem roten Stempel versehen: eine Milliarde Mark. Ich habe dem Sammlerstück das Leben gerettet. Der Brennwert war höher als der Tauschwert.

  • Sprung in die Neuzeit: Nach vielen Auf und Ab’s erhielt die gedeckte Banknote 1971 mit der Ankündigung der Verpflichtung zur Goldeinlösung der Dollarnoten durch Präsident Richard Nixon den Todesstoss. Seither ist Notengeld eine reine Kreditbeziehung. Die Qualität des Geldes ist abhängig von der Bilanz der Notenbank. Die Konsequenzen werden jetzt nach 40 Jahren sichtbar.

  • Seit der Finanzkrise drucken die Zentralbanken der westlichen Welt Geld wie irre. Die SNB hat ihre Bilanzsumme seit Ausbruch der Krise verdreifacht. Der Wert der Aktiven – der Deckung der Banknoten – wird durch die SNB selbst bestimmt. Die amerikanische Notenbank hat ihre Bilanz enorm aufgebläht. Sie ist heute der grösste Gläubiger der USA, noch vor China. Hinter jeder Dollarnote stehen als Deckung 68 Cents amerikanischer Staatspapiere, für die restliche Deckung sorgen Hypothekarpapiere, die wiederum mit staatlicher Garantie versehen sind. Wenn wir Staat und Notenbank als Einheit betrachten, entpuppen sich Dollarnoten als zinslose, ungedeckte Staatspapiere der hochverschuldeten USA.

  • Das verstehe ich unter „das Papiergeld am Ende“. Dagegen muss die Schweiz etwas tun - auf 2 Ebenen:

o Auf der Ebene des Geldsystems müssen wir der SNB gewisse Grenzen setzen, ohne in ihre Unabhängigkeit einzugreifen. Das richtige Mittel ist die Festlegung eines Minimums an Gold an ihren Aktiven. Die Volksinitiative „Rettet unser Schweizer Gold“ verlangt 20 Prozent. Das ist doch eher moderat.

o Wir müssen aber auch dem Individuum, dem Privaten, dem Bürger eine Alternative bieten, vor allem für den Fall, dass die Politik und die Notenbanken nichts tun: Hier ist der Goldfranken die richtige Lösung. Dem Bund kommt dabei nur eine Rolle zu: Er soll die Qualität der Münzen zertifizieren. Wie Kaiser Sigismund 1433.

1 Hans Bauer; Warren J. Blackman: Swiss Banking, An Analytical History, Palgrave Macmillan, 1998

2 http://www.altbasel.ch/dossier/basel_muenzgeschichte.html [aufgerufen 12.6.2012]

 

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