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Der Plan - die Zukunft

Die politische Geschichte der Goldmünzwährung - Fragen und Antworten am 1. August 2015

Stellen wir uns vor, wir befinden uns am 1. August 2015 im Garten der Stiftung Goldmünzwährung. Die kurze Ansprache des Stiftungsleiters ist vorbei, die Festgemeinde, bunt gemischt aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, bedienen sich am Buffet und am Grill. 

Die ursprünglichen Vorstandsmitglieder des Vereins Goldfranken treffen sich an einem Tisch, schwelgen in Erinnerungen und beantworten gerne Fragen aus dem Publikum.

Die Mitglieder und ihre Motive

Was war ursprünglich Eure Motivation und was springt für Euch jetzt raus?

Thomas3Thomas Jacob, Präsident
Ökonomiestudent Uni Zürich, Ex-Swissair-Pilot, Finanzberatung, parteilos
Meine Motivation ist und bleibt die Freude an einer Idee, welche vielleicht nur in der Schweiz politisch verwirklicht werden konnte. Ich hatte übrigens nie einen speziellen Bezug zu Gold ausser in Schmuckform. Ich leite weiterhin den Verein und stehe verschiedenen Gremien und Firmen rund um die Goldmünzwährung beratend zur Seite. (Foto de Nicolas Y. Aebi)


Dr. Christoph Luchsinger, Vizepräsident
Unternehmer, Mathematikdozent Uni Zürich und Basel, FDP

Ich war zuerst skeptisch. Goldwährung- hat das nicht Keynes als „barbarisches Relikt“ disqualifiziert? Je länger ich mich damit beschäftigte, desto mehr überzeugten mich zuerst die praktischen Vorteile für die Wirtschaft und dann auch für den sprichwörtlichen „kleinen Mann“. Ganz wichtig ist für mich die Stärkung der Eigentumsrechte der Schweizer - ein zentrales Anliegen meiner Partei, der FDP. Ich stehe ebenfalls sowohl dem Verein ehrenamtlich und der Stiftung beratend zur Verfügung.
Luchsinger3

 
Dr. Karl Zweifel, Vizepräsident
Chirurg, SVP
Ich beschäftigte mich schon seit Jahren mit Gold und Geld, in der Tradition von Alain Greenspan’s klassischem Aufsatz „Gold and Economic Freedom“. Die Goldmünzwährung bedeutet eine friedliche, freiwillige Einführung einer Goldwährung, eine Idee, welche mich sofort begeisterte. Ich arbeite weiterhin im Vorstand des Vereins.
 Zweifel3

 
Marc Von Rohr, Vizepräsident
Unternehmer, FDP

Als Unternehmer im Finanzbereich machte ich mir zunehmend ernsthafte Sorgen um das Geldsystem. Die Idee einer zusätzlichen Währung war gewöhnungsbedürftig, doch sie überzeugte mich rasch und nachhaltig. Auch ich betätige mich weiter im Vorstand und beratend für die Stiftung
 Marc3

 
Dr. Paolo Pamini, Ökonom
Unternehmensberater, FDP
Mir wurde von Beginn weg rasch klar, dass die Goldmünzwährung ziemlich genau das war, was ich immer suchte. Die Idee beruht auf Freiwilligkeit, sie nützt allen, welche sie nutzen und es gibt keine Verpflichtung und kein Zwang. Ich habe mich berufsbedingt aus dem Vorstand zurückgezogen
 Paolo3

 
Dr. Olivier Ledoit, Ökonom
Permanent Research Fellow Uni Zürich, parteilos

Ich lernte an der UCLA finanzmathematische Modelle und nutzte diese dann jahrelang in der Praxis im Finanzhandel in London. Doch je mehr ich lernte, desto grösser wurden meine Fragen. Die Idee einer zusätzlichen Währung war faszinierend, doch auch ich brauchte einige Zeit, bis meine Fragen beantwortet waren und ich mich für die Idee verpflichten konnte. Ich bin immer noch für die wissenschaftliche Koordination im Verein zuständig. (Foto de TiPress/F. Agost)
 Ledoit3

 
Maurizio Galli, IT-Verantwortlicher
Informatiker, parteilos
Ich komme aus der IT und bin mit dem Projekt gewachsen, ideell und im IT-Bereich. Ich bin noch immer für die IT verantwortlich.
 Maurizio3

 
Renata Jacob, Kassiererin
Finanzberaterin, parteilos
Als Finanzberaterin sehe ich täglich die steigende Sorge der Menschen über ihre finanzielle Zukunft. Die Goldmünzwährung bietet dem "kleinen Mann" neue Möglichkeiten, sich vor den Unwägbarkeiten der globalen Geldpolitik zu schützen.
 Renata3

 

Die Volksinitiative

Warum habt Ihr eine Volksinitiative lanciert?
T. Jacob:
Im März 2011 wurde auf unsere Anregung eine parlamentarische Initiative zur Schaffung eines Goldfrankens eingereicht und im Mai 2012 in der zuständigen Kommission des Nationalrats verworfen. Das war aus parteipolitischen Gründen absehbar. Zwischen diesen Daten gründeten wir den Verein Goldfranken, verfeinerten die Idee und gewannen Erfahrung mit den Medien und der Politik. Nach der Abstimmung war für uns klar: Die Volksinitiative war nötig, um den politischen Prozess in Griff zu bekommen.

M. Galli
Gleichzeitig wechselten wir den Namen des Projektes von „Goldfranken“ zu „Goldmünzwährung“. Das war leider nötig, denn der schönere Name Goldfranken führte ständig zu Verwirrungen in Bezug auf den Papierfranken und das Goldvreneli.

Eurem Erfolg kam sicher die wirtschaftliche Entwicklung im In- und Ausland entgegen. Wie wichtig war diese?
Ch. Luchsinger
Auch mich haben Währungsfragen in den 90-er Jahren weniger interessiert als seit der Finanzkrise, wir sind ja auch nicht die Einzigen, welche neue Ideen offerierten. Insofern ist die Bereitschaft, sich mit Geldfragen zu beschäftigen, durch die Finanzkrise sicher gestiegen. Ob eine Goldmünzwährung sonst je Beachtung gefunden hätte?...

T. Jacob
Eine spannende und gleichzeitig akademische Frage. Heute stellt sie sich anders. Die Goldmünzwährung soll das Papiergeld ergänzen und das ganze System sozusagen komplettieren und stabilisieren. Ich glaube, wir haben bereits heute genug Erfahrung zu sagen, dass die Kombination funktioniert, dass die Menschen Papiergeld für den täglichen Gebrauch nutzen und Goldgeld als liquide Wertanlage und dass sie diese Wahl nicht mehr missen möchten.

Ich persönlich meine, dass für die öffentliche Unterstützung der stabilisierende Einfluss auf den Frankenkurs und die Entlastung der Nationalbank am wichtigsten waren. Das überzeugte ja später auch grosse Teile der Wirtschaft und der Gewerkschaften.

P. Pamini
Da bin ich mir nicht sicher, immerhin ist der zahlenmässige Einfluss des Goldfrankens auf den Frankenkurs auch heute noch umstritten.

Für mich waren es die Probleme der Pensionskassen, welche seit Ende 2012 immer dringender diskutiert wurden. Nullverzinsung auf Wertschriften, gleichzeitig mit steigender Inflation importiert aus dem Euroraum, machte den Menschen Sorgen und Angst. Es ist ja erstaunlich, wie viele Pensionäre bereits heute, Mitte 2015, den Goldfranken nutzen und sich einen Teil der Rente in Goldfranken auszahlen lassen. Die Versicherungsbranche wiederum verzeichnet fast ungeheure Wachstumsraten in Lebensversicherungspolicen, welche einen Teil der Auszahlung in Goldmünzen garantieren.

O. Ledoit
Das waren eher Argumente, welche die Stimmbürger überzeugten. Diesbezüglich darf die internationale Aufmerksamkeit nicht unterschätzt werden. Ich glaube, das Interesse im Ausland an unserem innovativen Vorschlag hat viele Schweizer erstaunt und für das Thema sensibilisiert. Sie wollten und durften Teil eines historischen Projektes werden.

Wie kam das Initiativkomitee zustande?
K. Zweifel:
Wir hatten den festen Plan, gewichtige Vertreter aus allen Parteien und den wichtigsten Interessenverbänden zu gewinnen. Dabei half es, dass wir allen Parteien und Interessenverbänden klare Vorteile zeigen konnten.

Wann floss wie viel Geld?
R .Jacob:
Im ersten Jahr bezahlte der Vorstand alle Kosten und Spesen, wir backten kleine Brötchen. Mit den Mitgliedern kamen regelmässige Beiträge und ab Ende 2012 konnten wir Sponsoren gewinnen für Projekte und Veranstaltungen.

Die Kosten für die Volksabstimmung finanzierten wir in Tranchen, wobei einige der Sponsoren mehrere Zahlungen über eine längere Zeit beisteuerten .

K. Zweifel:
Die Stiftung übernahm auch die Administration für den Verein, das hat viele Kosten gespart.

Und wie ging das mit dem Grosssponsor?
O. Ledoit:

Wir wollten diese Möglichkeit immer im Auge behalten und vielleicht versetzte dieser Glaube Berge.

Der Sponsor wollte bis nach der Abstimmung im Hintergrund bleiben, heute ist sein Name ja Teil der Geschichtsschreibung. Der Sponsor selbst sagt immer wieder, dass die Goldmünzwährung die wichtigste und lohnendste Investition seines Lebens war.

T. Jacob
Sein Beitrag hatte eine enorme Bedeutung für die zügige Realisierung des Projektes. Wir konnten dank seiner Hilfe schon während der Abstimmung die „Phase danach“ vorbereiten.

Mit der Publizität ging es ja plötzlich Schlag auf Schlag.
M. von Rohr:
Das hat uns tatsächlich überrollt. Zum Glück waren Mitte 2012 die Argumente ausgereift, fast alles Wichtige war auf der Homepage verfügbar und sowohl mit Beiträgen in allen grossen Medien als auch durch Namen aus der Wissenschaft wie Prof. Geiger, Janssen und Bernholz gesichert.

R. Jacob:
Ich durfte die Reportage im Schweizer Fernsehen anfangs 2013 begleiten. Mich überraschte, wie gross das Interesse und die Kenntnis der beteiligten Akteure war. Die Sendung wurde zum Startschuss für kontinuierliches Interesse der Medien.

Habt Ihr ein so klares Abstimmungsresultat erwartet?
P. Pamini:

Als Beobachter im Tessin hatte ich keinen Grund zum Zweifel, dass es reichen würde. Doch ich höre noch immer die Mahnungen vom Vorstand, bis zur Abstimmung volles Engagement zu zeigen.

Die Anfänge

Blicken wir noch zu den Anfängen zurück. Der Verein wurde ja im Juli 2011 gegründet. Wer von Euch hätte damals gedacht, dass der Goldfranken innerhalb von wenigen Jahren Realität werden würde?

P. Pamini:
Einen klaren Zeitplan hatte damals niemand. Unsere Prioritäten änderten im Gleichschritt mit den vielen neuen Erfahrungen.

K. Zweifel:
Die Politik ist unberechenbar, das kenne ich aus dem Kantonsrat. Und doch macht am Schluss auch in der Politik das Engagement einzelner Personen den Unterschied und es gibt immer wieder Überraschungen.

T. Jacob:
Olivier meinte immer, solche Projekte brauchen manchmal Zeit, Jahre Zeit. Doch ich wollte dem Schicksal die Möglichkeit geben, uns zu überraschen. Wir fanden für den politischen Prozess ein separates Motto…

… jaja, das haben wir in den letzten Jahren zu Genüge gehört: Manchmal geschieht in einem Moment, was man sich in einem Jahr nicht erhofft hätte oder ähnlich. Könnt Ihr uns dazu einige Beispiele geben?

Ch. Luchsinger
Der erste öffentliche Vortrag zum Goldfranken fand bereits im April 2011 statt im Rahmen der Mittagsgespräche der FDP Zürich 2. Ein prominenter Gast, der Basler Professor Peter Bernholz, reiste eigens dafür nach Zürich. Professor Bernholz ist einer der weltweit angesehenen Experten in Währungsfragen und arbeitet auch oft mit der SNB zusammen. Er hat uns nach dem Vortrag seine Unterstützung bekundet und ein Jahr später mit einem ausführlichen Artikel in der NZZ geschrieben. Solche Unterstützung ist nicht planbar und ist gleichzeitig eine unschätzbare Hilfe für die wissenschaftliche und politische Anerkennung.

P. Pamini:
Ein anderes Beispiel ist die Publizität. Im Juni 2011 erschien ein Artikel im Wall Street Journal online und wir waren danach eine Weile international bekannter als in der Schweiz. Forbes Magazine schrieb über das Projekt und wir wurden auf CNBC erwähnt, Olivier reiste als Vertreter des Goldfrankens an eine grosse Goldwährungskonferenz nach Utah etc.

Ch. Luchsinger:
Ein Gegenbeispiel war die Reaktion mancher Politiker und Persönlichkeiten. Von einigen hätte ich wesentlich mehr Offenheit erwartet. Das Parteidenken in der Anfangsphase war für mich ernüchternd.

Zum Schluss noch zum Anfang: Woher kommt überhaupt die Idee ursprünglich?

T. Jacob

Die Idee entstand im März 2010, in leicht anderer Form. Ich beschäftigte mich mit verschiedensten politischen Aktivitäten, quer durch die Parteien. Dabei stiess ich auf die „Aktion gesunde Währung“ von drei SVP-Nationalräten. Das Hauptanliegen der Aktion war die Stabilisierung und Stärkung der bestehenden Währung mittels der Goldreserven der Nationalbank. Die Goldmünzwährung hat wohl auch mit Gold und Geld zu tun und ist trotzdem etwas komplett Anderes. Sie ist eine neue, zusätzliche Währung und hat weder mit den Goldreserven der Nationalbank noch mit dem bestehenden Geldsystem direkt zu tun. Trotzdem nahm Nationalrat Schlüer die Idee auf und reichte sie ein in Form einer parlamentarischen Initiative. Er sagte mir gleichzeitig, dass für ihn der Schutz der Goldreserven der Nationalbank Priorität habe. Dies gab uns die Möglichkeit, für die Goldmünzwährung einen parteiunabhängigen Verein zu gründen und das Anliegen überparteilich zu behandeln und zu präsentieren.

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